Und die Kugel rollt

Auf einer rechteckigen Steinplatte auf dem Parkplatz vom niedergebrannten Gasthof St. Urs ist eine Steinkugel neben dem Brunnen plaziert. Diese Kugel spendete das Plakettensujet und das Motto für das Jahr 1968.

Ursprünglich hatte die Steinkugel ihren Platz unter einer Tanne an der Bernstrasse, ungefähr dort, wo der St. Ursenweg in die Bernstrasse einmündet. Die Tanne gehörte zur Liegenschaft wo vor Jahren ein "Konsum-Lädeli" war, später der Polizeiposten seinen Sitz hatte. Willi Begert, der damalige Obernarr der Dorffasnacht Biberist, konnte eines Tages die Steinkugel sein Eigentum nennen.

An einem Abend rollte Willi Begert zusammen mit Urs Eggenschwiler die Kugel auf dem Trottoir Richtung Gasthof St. Urs. Für das Überqueren der Bleichemattstrasse, welche relativ steil abfällt, legten sie eine Holzlatte quer über die Strasse Richtung Parklatz. Die Kugel rollte nun gemächlich der Latte entlang quer über die Strasse, geführt von Willi Begert und Urs Eggenschwiler. Da aber die Holzlatte etwas zu kurz war, rollte die Kugel am Lattenende anstatt auf den Parkplatz, den Stutz hinab. Alle Bremsmanöver der beiden "Rollenschieber" nützte nichts. Die Kugel machte sich selbständig und rollte mit zunehmendem Tempo die Strasse hinunter. Unten an der Kreuzung Bleichemattstrasse - Sonnenrainstrasse donnerte sie in die Mauer der Bäckerei Wyss. Durch den heftigen Aufprall lösten sich in der Bäckerei Gestelle und Backwaren flogen im nachtdunklen Verkaufsladen umher. - Die Kugel rollte dann noch zurück über die Strasse und blieb schlussendlich in einem Gartenbeet von Baumeister Albert Ast* liegen.

Die Kugel war als Erinnerung an das Jubiläumsjahr 1975 der Dorffasnacht Biberist gedacht. Die Fasnächtler konnten damals das 30 jährige Vereinsjubiläum feiern (1945 - 1975). Eine Metalltafel mit Gravur erinnert auf der Grundplatte an dieses Jubiläum.

Die Dorffasnacht Biberist hatte durch diesen nächtlichen Blödsinn eine hervorragende Vorlage für das Plakettensujet und das Motto der Fasnacht 1968, nämlich: ES ROLLT

* Albert Ast stellte sich im Jahr 1968 als Herbergsvater unseres Wappentierchens, dem Ämmeschnägg, zur Verfügung. Möglicherweise erinnerte man sich noch an die Steinkugel, welche in Ast Alberts Gartenbeet zum Stillstand kam und würdigte dies noch mit dem Motto und Plakettensujet für sein Herbergsjahr.