Zusammenhang Motto-Plakettensujet

Die Dorffasnacht Biberist achtete von jeher darauf, dass das Plakettensujet ein Zeitgeschehen, ein besonderes Ereignis dokumentiert. Auch der tiefere Sinn der Fasnachtsmottos lassen Rückschlüsse auf etwas "Aktuelles" ziehen. Natürlich hinkt dadurch das Motto, das Sujet ein Jahr hinterher, da zuerst etwas passiert sein musste.
Als Beispiel sei hier die Plakette von 1995 erwähnt. Damals feierte die Dorffasnacht ihr 50-Jahr Jubiläum und das Motto war "Freude herrscht". Das Motto bezieht sich nicht nur auf das Jubiläumsjahr, sondern auch auf eine Aussage von Alt-Bundesrat Adolf Ogi. Seine Worte, "Freude herrscht", waren landauf und landab in aller Munde.

2015
70 Johr enorm i Form

2014
dr Schnägg fahrt zwöigleisig

 

Im Jahr 2015 wurde die Dorffasnacht Biberist 70-jährig. Das Motto 70 Johr enorm i Form bezieht sich auf den Geburtstag der Dorffasnacht, welche eben noch immer in Form ist.

Das Fasnachtsmotto 2014, dr Schnägg fahrt zwöigleisig, bezieht sich unter anderem auf die neu erstellte Doppelspur der RBS (Regionalverkehr Bern-Solothurn) in Biberist hin.
Zweigleisig fahren ist auch eine Redensart, indem man sich z.B. eine weitere Option offenhält; etwas zweifach tut oder zwei Liebschaften gleichzeitig hat.

2013 - jetz schloht's 13

2012 - säg nid söttigs

 

Für das Jahr 2013 heisst das Biberister Fasnachtsmotto "jetz schloh's 13". Dieses hat nicht nur Bezug auf das Jahr 2013, sondern diese Redensart ist etwa gleichbedeutend wie: Das geht zu weit! Das ist zuviel! Es ist genug! So was gibt es doch nicht! Jetzt ist Schluss! - Schluss soll es ja auch am 21. Dezeber 2012 mit der Welt sein. An diesem Datum geht der Langzeitkalender der Maya zu Ende, was gleichzeitig das Ende der menschlichen Zivilisation bedeutet. Deshalb ist auf der Plakette der Maya Kalender ersichtlich.

Die bevorstehende Schliessung der traditionsreichen Papierfabrik Biberist beschäftigte alle Biberister. Zum kaum fassbaren Entschluss der Inhaberin Sappi (South African Pulp and Paper Industries), die "Papieri" nach fast 125 Jahren zu schliessen, kann man nur sagen: säg nid söttigs.
Auch die Bezahlung von Millionen von Euro durch Deutschland für geklaute Daten von Schweizer-Banken, was einer Hehlerei gleichkommt, kann einem Bürger mit Rechtsempfinden nicht egal sein: säg nid söttigs.

2011 - Es goht öppis

2010 - Jetz längt's

 

Mit dem Fasnachtsmotto "Es goht öppis" wird auf die Bautätigkeit in Biberist aufmerksam gemacht. Es entstand das Einkaufszentrum "Lidl", eine 3-fach Turnhalle wurde bewilligt, usw.

Jetz längt's: Mit diesem Fasnachtsmotto setzt die Dorffasnacht Biberist ein Zeichen, dass es wirklich genug ist. Die Bankenkrise, das abbröckelnde Bankgeheimnis, die überhöhten Managerlöhne, Entlassungen, Schliessung von langjährigen Firmen sind auch für einen Fasnächtler zuviel.

2009 - ke bab ke schnägg

2008 - Bliib am Ball

 

In den letzten Jahren entstanden in Biberist an verschiedenen Punkten Imbissbuden, die bis in die frühen Morgenstunden geöffnet sind. Pizzas, Dürüm, Kebab, also jegliche Art von Fastfood ist erhältlich. - Die Suche nach einem Herbergsvater wird auch zusehends schwieriger. Dadurch entstand in den Diskussionen die Aussage: "Wenn ke Herbergsvater, denn ke Schnägg". So entstand mit einer Wortspielerei das Motto: KE BAB - KE SCHNÄGG

Der dicke Bauch des Ämmeschnäggs lässt Rückschlüsse ziehen, auf die überaus gesunde Ernährung mit Fastfood-Speisen ;-)

Die beiden Alpenländer, Oesterreich und die Schweiz, führten 2008 gemeinsam die Fussball-Europa-Meisterschaft durch. Die EM2008, wo sich alles um das runde Leder abspielt, war für die Biberister Fasnacht ein dankbares Plakettensujet.

Auch das Motto "Bliib am Ball" lag auf der Hand. Es war aber auch gleichzeitig ein Ansporn, dass die Fasnächtler am Ball bleiben sollen.

2006 - Nöie Pfuus

2000 - Interschnägg

 

Ab 1. Januar 2006 war Biberist die erste Gemeinde in der Schweiz, wo die Bevölkerung den Stromlieferanten selber auswählen konnte. Das neu gegründete Unternehmen EV Energieversorgung Biberist wurde am 21. September 2005 im Handelsregister eingetragen. In Anbetracht der neuen Energieversorgung nahmen die Biberister Fasnächtler dies zum Anlass, ihr Fasnachtsmotto entsprechend zu wählen. Aber nicht dies allein war der Grund zur Mottowahl.
Rückblickend ist das Narrenbott 2005 denkwürdig und geschichtsträchtig. Fast die gesamte Vereinsspitze hatte auf dieses Bott demissioniert.

Vorab erfolgte eine dramatische und ergebnislose Wahl, respektive die Suche eines neuen Obernarren blieb bisher erfolglos. Dann stellte sich zum ersten Mal in der Geschichte der Dorffasnacht Biberist eine Frau als Obernärrin zur Wahl. Danach waren viele junge Fasnächtler bereit in den Vorstand einzutreten und die Versammlung verdankte diese Wahlen durch "Einstimmigkeit".
Ein neuer Schwung kam daraufhin in die Biberister Fasnacht. So fiel die Wahl des Fasnachtsmottos 2006 schon einiges leichter. Mit der EV Biberist und vorab des neuen Vorstandes liegt die Biberister Fasnacht mit dem Motto "Nöie Pfuus" noch heute richtig.

Homepages, Internetauftritte der Vereine, dies liegt im Trend. Im Jahr 2000 ging deshalb auch die Homepage der Dorffasnacht Biberist zum ersten Mal Online. Dieser Internetauftritt wurde als Fasnachtsmotto und Plakettensujet verewigt. www.schnaegg.ch bringt selbst unser Wappentierchen, den Ämmeschnägg, ins Staunen.

1998 - bisch klonet

1997 - Schnägg-Line

 

Ende Februar 1997 schockierten schottische Wissenschaftler die Weltöffentlichkeit mit der Nachricht, erstmals aus Körperzellen eines erwachsenen Schafes ein genetisch identisches Lamm erzeugt zu haben. Dieses Schaf namens Dolly wurde bereits am 5. Juli 1996 geboren und wurde weltberühmt.
Die Diskussionen um das geklonte Schaf und die Horrorvision einen genetisch massgeschneiderten Menschen herzustellen verstummten lange nicht. Deshalb wählte die Dorffasnacht Biberist das Motto für 1998 "Bisch klonet" und das Plakettensujet zeigt zwei "geklonte" Ämmeschnägge.

Rollschuhe gibt es seit etwa 1760. Eine Weiterentwicklung sind die Inline-Skates. Um 1990 kamen die Inline-Skates wieder neu auf den Markt. Von Amerika aus schwappte der neue Trend nach Europa.
Als Alt und Jung mit diesen Inline-Skates die Fortbewegung auf den Strassen der Dörfer und Städte veränderten, nahm die Dorffasnacht dies zum Motto für die Fasnacht 1997. Mit "Schnägg-Line" sehen wir als Plakettensujet unseren Ämmeschnägg auf diesen "Rädern".

1996 - Dr Hammer

1995 - Freude herrscht

 

1995 eröffnete Urs Bucher im gewölbten Keller des Gasthof St. Urs den sogenannten Hammerbau. Maschinen und alte Geräte dekorierten die alten Mauern. Es waren alles Gerätschaften und alte Werkzeuge, für welche die Firma von Roll AG, Gerlafingen keine Verwendung mehr hatte und sonst eingeschmolzen worden wären. Der Erfolg des "Hammerbaus" war für die Fasnacht "Dr Hammer" und deshalb war das Motto für 1996 gleichlautend.

"Freude herrscht", so lautete das Fasnachtsmotto 1995. Die Dorffasnacht hatte allen Grund, freudig zu sein, konnte sie doch ihr 50-Jahr Jubiläum feiern. Die grosse Zahl 50 weist auf der Plakette auf diesen Anlass hin.
Die Worte "Freude herrscht" haben noch einen zweiten Hintergrund. Alt Bundesrat Adolf Ogi hatte diese zwei Worte einmal an einem öffentlichen Anlass gebraucht. Danach geisterten diese Worte landauf und landab. Sie wurden auch als Biberister Fasnachtsmotto verewigt.

1992 - Schnägge-Poscht

1991 - Mir juble

 

1991 führte die PTT (Post-Telegraph-Telephon) die A-Post und die B-Post ein. Dies war natürlich eine optimale Vorgabe für ein Fasnachtsmotto und Plakettensujet. Abgewandelt auf die Biberister Fasnacht hiess das Motto "Schnägge-Poscht". Nicht ganz unbegründet, hatte die B-Post doch mehrere Tage bis z.B. ein Brief den Bestimmungsort erreichte. Sinnigerweise sind die Buchstaben A/B auf ein bestimmtes Häuschen geschrieben. Daraus lässt sich keinesfalls ableiten, dass die Umstellung der Postzustellung Scheisse war.

Die Eidgenossenschaft feierte 1991 ihr 700-jähriges Bestehen. Aber auch die Narrenhochburg St. Urs konnte ihr 200-Jahr Jubiläum feiern.
Diese beiden Jubiläen wurden auf der Biberister Fasnachtsplakette 1991 festgehalten. Die äussere Kontur der Plakette ist die Schweiz und das Schneckenhaus der St. Urs. Das Motto mit "Mir juble" war naheliegend. - Die Goldplakette wurde auf der Rückseite durchgehend nummeriert.
Anmerkung: Der Gasthof St. Urs fiel am 2.8.2008 durch einen technischen Defekt einem Grossbrand zum Opfer.

1990 - Hoppla

1989 - Jetz fägt's

 

"Hoppla", meint der Ämmeschnägg ganz erstaunt. Nicht das Fasnachtsmotto brachte den Schnägg zum Erstaunen, sondern die Wallstreet von Biberist, die vielen Banken in Biberist, die plötzlich Biberist heimsuchten. Im Plakettensujet ist die Wallstreet mit den Häusern angedeutet.

Ein neuer Gemeindepräsident trat sein Amt. Dies ist ein langjähriger Fasnächtler und Mitglied der Schnägge-Zunft. Der neue "Boss" über Biberist hiess Heinz Lehmann. Die Fasnächtler hiessen ihr langjähriges Mitglied mit dem Motto "Jetz fägt's" willkommen und als Sujet wählte man im Hintergrund das Gemeindehaus.

1988 - Mir liirets

1976 - Im Jahr der Frau

 

Die St. Ursenkreuzung wurde mit einer Ampelanlage ausgerüstet. Ein richtiger Wald von Ampeln zierte die Kreuzung. Fussgänger, die nicht gedoppt waren, schafften es nicht, während der Grünphase die Strasse zu überqueren. Dank der neuen Ampelanlage stauten sich die Autos Richtung Solothurn bis zum Bahnübergang der RBS.
Kaum verwunderlich, dass das Motto dann 1988 "Mir liirets" hiess. Das Plakettensujet ist ein verunsicherter Ämmeschnägg im Ampelwald neben dem Gasthof St. Urs.

Die Vereinten Nationen hatten 1975 zum Jahr der Frau proklamiert. Für das Jahr 1976 war dann das Plakettensujet diesem Thema gewidmet. Ob es tatsächlich so schlimm war, wie das Sujet auf der Plakette erahnen lässt, ist fraglich. Trotzdem - die Frau auf dem Schneckenhaus hält das Zügel fest in der Hand und gibt dem Schnägg den Stock zu spüren.
Auf die Frage des Mottos "Im Jahr der Frau - hesch au?" blieb man bis jetzt jede Antwort schuldig ;-))

1974 - Geits no

1972
Dr Schnägg im Frohndienst

 

Auf der Fasnachtsplakette von 1974 ist der Kopf von Leo Schürmann abgebildet. Leo Schürmann war langjähriger solothurnischer CVP-Nationalrat. Besonders populär machte ihn aber die Tatsache, dass er zum ersten Preisüberwacher der Schweiz gewählt wurde.
Auf der Plakette verewigt konnte der Preisüberwacher zusammen mit dem Schnägg dafür sorgen, dass der Preisanstieg der Waren nur im Schnägge-Tempo kletterte ;-) Das Motto "Geits noh" ein Fingerzeig für überhöhte Preise.

1970 ging das Schlösschen Vorderbleichenberg in den Besitz der Gemeinde Biberist über. 1971 wurde dank aufwändiger Frondienste der Biberister Bevölkerung und dank der grosszügigen Unterstützung des Gewerbes das Schlösschen restauriert.
Natürlich war auch der Schnägg im Frondienst, was sich in der Wahl des Mottos für 1972 niederschlug, "Dr Schnägg im Frohndienst". Als Plakettensujet musste das Haus des Ämmeschnäggs herhalten, das als Schlösschen die Plakette ziert.

1971 - Mini ? Maxi

1970 - 25 Jahre Dorffasnacht

 

Der Minirock hat die Damenmode in den sechziger und siebziger Jahre geprägt. Nur kurze Zeit später brachte die Modeindustrie jedoch den bodenlangen Maxirock als Kontrastprogramm auf den Markt. Das war für die Dorffasnacht ein dankbares Plakettensujet, eine Frau im Minirock, daneben ein Frau im Maxirock. Das passende Fasnachtsmotto "Maxi ? Mini" lag auf der Hand.

Das Fasnachtsmotto "25 Jahre Dorffasnacht Biberist" weist unverkennbar auf das Jubiläumsjahr hin.
Betrachtet man jedoch die Plakette genauer, so erkennt man in den Umrissen unseren Mond und die Oberfläche ist voller Mondkrater. Darauf gelandet ist eine Mondfähre und links daneben ein Mensch in seinem Schutzanzug. Am 20. Juli 1969 betraten nämlich die ersten Menschen den Mond. Das Motto der damaligen Fasnacht hiess dann auch: Der Schnägg im Mond.

1967 - Der "Prostata-Brunnen"

1966 - s'het g'änderet

 

Die Bürgergemeinde Biberist schenkte der Einwohnergemeinde Biberist einen Brunnen, der auf dem Gelände der EXPO 64 in Lausanne stand. Der neu auserwählte Platz war der Bezirksschulhausplatz bei der St. Ursenkreuzung in Biberist. Der Brunnen spie ab und zu kleine Wasserfontänen. Dies ergab ihm dann den Übernamen "Prostata-Brunnen".
Das Spritzen des Brunnen musste abgestellt werden, da im Winter je nach Windverhältnissen der Platz um den Brunnen vereiste und gefährlich glatt wurde. Der Brunnen musste dann der Neugestaltung des Platzes (Kreisel) weichen.
Das Sujet auf der Fasnachtsplakette von 1967 weist auf diesen Brunnen hin. Das Motto hingegen hiess: Zieh d Bräms a. (Chasch de, wenn uf em Glatiis bisch!)

Der Wettlauf ins All zwischen den USA und der Sowjetunion begann nach 1950. Die ersten Raumflugkörper, die den Mond erreichten, waren Lunik 2 und Luna 9 der Sowjetunion. Am 20. Februar 1965 schlug dann Ranger 8 als erster amerikanischer Flugkörper auf dem Mond auf. Am 3. Februar 1966 landete dann Luna 9 als erster Flugkörper weich auf dem Mond. Damals waren solche Ereignisse noch Sensationen.

Deshalb sah man auf dem Plakettensujet 1966 den Ämmeschnägg auf einer Mondrakete fliegen. Das Motto "S'het g'änderet" war für 1966 bezeichnend, man musste feststellen, dass auch ein Flug zum Mond möglich ist.