Bekleidung Obernarr

Des Obernarren Bekleidung

Fasnachtskostüme im 18. und 19. Jahrhundert

Da die meisten Leute im 18. und 19. Jahrhundert noch in ärmlichen und bescheidenen Verhältnissen lebten wurden auch die Fasnachtskostüme mit bescheidenen Mitteln hergestellt. Als Grundlage diente ein alter Anzug, welcher mit Hunderten von bunten Stoffresten, Nussschalen oder Schneckenhäusern dekoriert wurde. Die Masken und Larven wurden meist selber von Hand geschnitzt und die Haarpracht mit Hanf, Stroh oder Schilf nachgeahmt. Die Herstellung solcher Fasnachtsgewänder nahm enorm viel Zeit in Anspruch. Nach der Fasnacht musste nicht selten die ganze Dekoration vom Anzug wieder entfernt werden, da dieser wieder als Arbeitsanzug gebraucht wurde. (Herkunft: atop)

Dr Ämmeschnägg

Es kann durchaus angenommen werden, dass das heutige Wappentierchen der Dorffasnacht Biberist, "Dr Ämmeschnägg", aus den alten Fasnachtstraditionen (Fasnachtskleider mit Schneckenhäusern) abgeleitet wurde. Bis ins Jahr 1992 trug auch der jeweilige amtierende Obernarr der Biberister Dorffasnacht eine Halskette aus Schneckenhäusern um den Hals.

Die Bekleidung des Obernarren

Willi Begert - Gründer
Dorffasnacht Biberist

Für die Bekleidung des Obernarren der Dorffasnacht Biberist bestand lange Zeit keine Vorschrift.

Der erste Obernarr, Willi Begert, war meistens dunkel bekleidet. Er trug ein weisses Hemd, welches mit einer roten Kordel am Hals gebunden war. Unverkennbar war jedoch die bunte Komitee-Mütze auf dem Kopf, nach Vorbild deutscher Fasnachts-Vereine.

Die restlichen Mitglieder des Fasnachts-Komitees, respektive des Vorstandes trugen eine andersfarbige Komitee-Mütze.
Bild: Willi Begert im Jahr 1967

Der blaue Obernarrenkittel

Werner Jäggi - 1986

Für die Fasnacht 1976 liess der damalige Obernarr, Marcel Jäggi, einen blauen Kittel bei der Damenschneiderin Erika Kirchhofer fasnächtlich dekorieren.
Die beiden Ärmel wurden der Länge nach mit kleinen Glöckchen verziert. Auf der linken und rechten Schulter waren zwei Ämmeschnägge montiert, die dem Kittel den letzten Schliff gaben. Dazu wurde eine Halskette aus Häusern der Weinbergschnecken getragen.
Auf der Foto trägt der Obernarr auch die allererste Komitee-Mütze, die schon alle seine Vorgänger getragen haben. Diese Mütze hatte sich in Grösse und Farbe von den übrigen Komitee-Mützen unterschieden.
Der blaue Schnägge-Kittel tat seinen Dienst für vier Obernarren. Dies waren Marcel Jäggi, Jürg Bätscher, Werner Jäggi und Koni David.
Der Obernarrenkittel wurde bis ins Jahr 1996 getragen. Die Komitee-Mütze nach deutschem Vorbild hatte auch ihr Bestehen bis 1996.

Das rote Cape

Kurt Rohner - 1999

1997 übernahm Kurt Rohner das Amt des Obernarren. Das Erscheinungsbild des gesamten Vorstandes wurde vereinheitlicht.

Ein rotes Cape wurde fortan von den Vorstandsmitgliedern an den traditionellen Fasnachtsanlässen der Dorffasnacht getragen.

Die Kopfbedeckung war nicht definiert. Der Obernarr trug jedoch einen goldig glitzernden Zylinderhut und der Ehren-Obernarr krönte sein Haupt mit einem silbrig glitzernden Zylinderhut.

Der blaue Frack

Susanne Scheidegger - 2008

Am Narrenbott 2005 wurde Susanne Scheidegger als erste Obernärrin der Dorffasnacht Biberist an die Vereinsspitze gewählt.
Jetzt hatte das rote Cape ausgedient und ein eleganter blauer Frack mit silberner Innenfütterung bekleidete fortan die Mitglieder des Vorstandes.
Die Tenueordnung schreibt vor: blauer Frack, schwarzes Hemd, dunkle Hose, schwarze Schuhe, silberfarbene Fliege und schwarzer Zylinderhut mit einem Silberband. - Am Hilari 2006 trat der Vorstand zum ersten Mal in dieser Bekleidung auf.

Der schwarze Ehren-Obernarren Frack

Susanne Scheidegger
und Werner Jäggi

Am Narrenbot 2012 wurde der Vorstand personell aufgestockt. Die Stoffreserven genügten nicht mehr für alle Vorstandsmitglieder, zudem war der blaue Frack-Stoff nicht mehr erhältlich. So entschloss man sich für ein ähnliches Muster, jedoch golden auf dunklem Stoff. Die Innenfütterung ist ebenfalls in Gold gehalten. Der Obernarr und die Ehren-Obernarren kamen in den Genuss dieses neuen Frackes.