Proklamation 1961

Dem Protokohl des hohen Rates aus der Sitzung vom 9. Horner 61 entnehmen wir Seite 365, Absatz 17, littera ck:

"In summa "Aemmeschnägg" wird pro rate 61 beschlossen:"

1. Das Gebiet westlich der Bauhütte der Firma Gebrüder Strausack, nordwestlich der Bahnlinie SZB wird zum Schnäggenrych 61 erklärt. Gegen die nördlichen Siedlungen zu soll jedoch aus juristischen Gründen ein Vieh-Hüte-Draht System "Lanker" angebrachert werden.

2. Der neue Kostgeber Cesi Strausack erhält auf gemeine Kosten ein Sennenkäppi, auf dass ihn der Schnägg im Grase sieht. Seine diversen Hunziker sind mit dem bestbekannten Bernhardiner-
Schnapsfass auszurüsten.

3. Das Angebot vom Biechti Luur, die Weidegründe zu begüllen, wird mit bester Verdankung an den Genannten angenommen. Hingegen kann auf die Offerte der vereinigten Schreinermeister, die Hobelspäne grün zu beizen, nicht eingetretten werden.

4. Das freie Laufenlassen von Hühnern und andern Viechern ist ab sofort verbotten. Die erfreuliche Aktion von Herrn Reg.Rat Stampfotti, der wegen dem Aemmeschnägg sämtliche Hühner samt Haus liquidiert hat, wird lebhaft begrüsst und zur Nachahmung bestens empfohlen.

5. Wegen verschiedener Verwechslungen will die vereinigte Jagdgesellschaft einen freiwilligen Erkennungskurs für jagdbares Wild durchführen, auf dass nur noch Böcke, aber keine Schnäggen und anderes mehr beschrotet werden.

6. Bedingt durch unsere grosse Bevölkerungsvermehrung wird der Ziviler Ernscht Niederhauser verhalten, den Aemmeschnägg samt Nachkommen ins Familienregister aufzunehmen. Für die Volkszählung im Herbst haben sich freiwillig und unbesoldet die Herren Lehrer Otto Schibler und Renz Remigius zur Verfügung gestellt.

7. Zuwiderhandelnde werden dem hiesigen Friedensrichteramt verzeigt, das berechtigt ist, Strafen bis zu einem Jahr Rungglen-Seminar und im Kostenbetrag bis zu Fr. 10'000.- auszufällen.

Gegeben zu Biberussa im Horer 61

Der hohe Rat.